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Womit man mit dem Stichwort "Bartholomäusmarkt" bei der Entstehung der Märkte wäre. Denn es wird vermutet, dass die Quirnbacher Bartholomäuskirche als Wallfahrtsort galt. Sie wird als eine der ältesten Kirchen im Oberamt Lichtenberg geschildert.
Mit den Wallfahrten setzte auch ein reger Handel ein. Mit Eintreten der Reformation endeten die Wallfahrten, der Handel jedoch blieb. Sicher eine schlüssige These, die jedoch nicht bewiesen ist. Fest steht jedoch, dass aus diesen Anfängen eine beachtliche Zahl von Märkten in dem kleinen Dorf entstanden.
Der Bartholomäusmarkt war für lange Zeit der einzige Markt in Quirnbach. Er wurde immer auf den Tag des Bartholomäus (24.August) abgehalten, und verschaffte der Gemeinde Quirnbach einen guten Ruf als Marktgemeinde. Wie kam es aber dazu, dass die Gemeinde Quirnbach im 19.Jahrhundert als Marktort, was die Viehmärkte betraf, keinen Konkurrenten der Umgebung zu fürchten hatte?
Die Blütezeit der Märkte und der Kampf mit Kusel
Die Stadt Kusel wurde im Jahr 1794 in den Wirren der Französischen Revolution niedergebrannt. Die Märkte von Kusel wurden daraufhin nach Quirnbach verlegt. Diese Verlegung basiert auf einem Beschluss der Zentralverwaltung des Saardepartements vom 26. April 1799, der besagte, dass die Gemeinde Quirnbach an jedem dritten Tag eines Monats einen Viehmarkt abhalten dürfe.
Als Kusel wiederaufgebaut war und sich von den Schäden des Brandes erholt zeigte, wollte die Stadt natürlich auch seine Märkte wieder abhalten. Etliche Gesuche an die Regierung fruchteten aber nichts. Zu stark hatte sich der Konkurrent aus Quirnbach als Marktort etabliert. Im ganzen Rheinkreis und im benachbarten Ausland standen die Quirnbacher Märkte hoch im Kurs. Zwar wurde den Kuselern die Abhaltung weiterer Märkte zugestanden, aber auch die Zahl der Quirnbacher Märkte erhöhte sich kontinuierlich. In den Jahren 1856/57 fanden in Quirnbach 25 Märkte jährlich statt, zeitweise waren es sogar über 30.
Fast 100 Jahre zog sich der Streit zwischen Quirnbach und Kusel hin. Erst als die Bedeutung der Märkte stagnierte, hatten die Quirnbacher keine Einwände gegen die Kuseler Viehmärkte mehr.
Warum kam es nun zu dieser erbitterten Rivalität zwischen Quirnbach und Kusel, was die Abhaltung der Märkte betraf? Wohl keineswegs ging es um Eifersüchteleien zweier Gemeinden. Es ging vielmehr um handfeste wirtschaftliche Interessen.

Welche finanzielle und wirtschaftliche Potenz hinter diesen Märkten steckte, mögen einige Zahlen verdeutlichen: Im Rechnungsjahr 1836 (1. Oktober bis 30. September) wurde auf den Quirnbacher Märkten ein Gesamtumsatz von 336.735 fl (Gulden) gemacht, worin das Ausland mit mindestens 155.094 fl inbegriffen ist. Hinzu kommt bei allen Umsatzzahlen ein "Schwarzmarktanteil" von etwa 10%. Auch damals wurden schon Geschäfte um den Steuersäckel herum getätigt.
Auf dem Bartholomäusmarkt 1837 wurden
1208 Verkäufer registriert.
Es wurden 137 Faseltiere,
765 Ochsen,
437 Stiere,
281 Kühe,
6 Kälber,
287 Rinder und
10 Pferde verkauft.
Im Vergleich zu anderen Marktgemeinden lag Quirnbach weit an der Spitze. 1843/44 wurden nur in Quirnbach Pferde (18 Stück) verkauft.
Beim Rindvieh hatte
Quirnbach mit 8.193
gegenüber Selchenbach (425)
Kusel (339) und
Ulmet (12)
mit Abstand die größten Verkaufszahlen. Bei den Schweinen sah es ähnlich aus, nur bei den Schafen lagen Ulmet und Hundheim vor den Quirnbachern. Im Jahr 1854/55 wurden auf allen Märkten der Umgebung 11.940 Stück Vieh zu einer Summe von 1.058.990 fl verkauft, wobei allein Quirnbach die stolze Summe von 889.340 fl erreichte.
Als Indiz für die Quirnbacher Finanzkraft mag folgendes gelten: als 1868 die Bahnlinie Landstuhl - Kusel gebaut wurde, musste Quirnbach den Bahnhof in der Nachbargemeinde Rehweiler finanzieren. Dafür wurde eine der drei ersten Lokomotiven auf den Namen "Quirnbach" getauft. Die beiden anderen hießen "Remigiusberg" und "Potzberg".
Reichtum brachte auch die große Besucherzahl nach Quirnbach. Um die Jahrhundertwende war in jedem zweiten Quirnbacher Haus eine Schankwirtschaft, denn die vielen Gäste mussten ja auch beköstigt werden. Bis in die 60er Jahre unseres Jahrhunderts gab es in Quirnbach immer noch fünf Gaststätten. Auch das Handwerk hatte in Quirnbach goldenen Boden. Allein zwei Schmieden gab es in unmittelbarer Nachbarschaft. Vielleicht liegt hier der Grund für die vielen Handwerksbetriebe, die es heute noch in Quirnbach gibt.